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Hotel Alt-Connewitz
Meusdorfer Straße 47a
04277 Leipzig

Straßenbahn:
Linie 11 -> Pfeffinger Straße

Routenplannung:

LEIPZIG und seine Passagen, Durchhöfe und Messehäuser

BARTHELS HOF

  • Früher: “Zur Goldenen Schlange”
  • Markt 8 und Hainstraße 1 / Kleine Fleischergasse 2   
  • 1804 hatte hier der Dichter Johann Gottfried Seume Quartier genommen.

Er ist das einzige erhaltene Durchhaus des 18. Jahrhunderts aus der Zeit der Warenmesse und er gehört nicht nur wegen seiner attraktiven Lage zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt. Die “Goldene Schlange” war Leipzigs ältester Renaissancebau und wurde 1523 von Hieronymus Walter errichtet und 1747-1750 von Friedrich Seltendorff im Auftrag des Stadthauptmanns und Kaufmanns Johann Gottlieb Barthel im Barockstil umgebaut. Barthel ließ die Gebäude Markt 8 und Hainstraße 1 mit Hof und Durchgang zur Kleinen Fleischergasse ausbauen.

Die Fassade allerdings stammt aus dem Jahr 1871, und der noch von der Gotik beeinflußte prächtige Renaissance-Erker befindet sich erst seit 1872 an seinem heutigen Platz im Hof. Er gilt als das älteste erhaltene Fragment einer Leipziger Bürgerhausfassade. Beinahe dreieinhalb Jahrhunderte lang, von 1523 an, schmückte er das Haus Hieronymus Walthers, welcher seinerzeit Leipziger Niederlasssungsleiter des berühmten Handelsunternehmens Welser gewesen ist.

Als Zeuge Leipziger Handelsarchitektur vermittelt der imposante Hof vor allem durch seine Fläche, die Höhe der Gebäude und deren Dachspeicher ein Bild von Leben in Leipzig zur Zeit der Warenmessen. Deutlich sind an mächtigen Hofflügeln aus dem 18. Jahrhundert noch die Ansätze der Kranbalken erkennbar, über die einst die Waren in die Magazine gezogen wurden. Der Handel war schon im 16. Jahrhundert gern in die Höfe verlegt wurden, da sie Schutz vor Wind, Hitze und auch Nässe boten. Entstanden waren die Höfe meist durch die Vereinigung mehrerer Häuser, wobei die alten Schlippen verschwanden. Daraus wiederum ergab sich ein öffentliches Durchgangsrecht, entgegen dem Römischen Recht, welches das Betreten der Höfe als Hausfriedensbruch ansah.

Nach der Wende wurde der gesamte Komplex saniert und präsentiert sich nun wieder in voller Schönheit. Neben originellen Geschäften im Innenhof befindet sich hier auch die 1890 eingerichtete Gaststätte “Barthels Hof”, die viele sächsische Spezialitäten anbietet.

BAUWENSHAUS

  • Burgplatz 2   

Das Bauwenshaus steht auf dem Burgplatz, einem Gebiet, das nach dem Zweiten Weltkrieg 45 Jahre lang eine Brachfläche war. Die Fertigstellung des Hauses, das gestalterische Bezüge zum Vorgängerbau aufnimmt, war 1994. Der Eckerker ruht auf Edelmetallsäulen. Das Gebäude wird über eine Hofhalle erschlossen, die mit Glas überdacht ist und die Tradition der Leipziger Durchgangshöfe aufnimmt. Die Öffnung des Hofes an der Schulstraßenseite durch eine gebäudehohe Glaswand ist ein neuer gestalterischer Akzent für das Stadtzentrum.

BLAUER HECHT

  • Nikolaistraße 39-45   

Die Passage erhielt ihren Namen nach dem erstmals 1551 erwähnten Gasthof “Zum blauen Hecht”. Die Fassadenverkleidung des 1911/12 von Leopold Stentzler errichteten Pelzgewerbehauses ist in Kalkstein ausgeführt. Auffällig ist das Dach, das von vier markanten Dachgauben mit spitzen Giebeln gebildet wird. Das Hauszeichen mit dem blauen Hecht betont den Passagenzugang. Tierköpfe bilden kapitellartige Abschlüsse der Fassadenpfeiler. Allerdings mündet die Passage in einen tristen Hinterhof der Reichsstraße.

BLAUER UND GOLDENER STERN / KRETSCHMANNS HOF

  • Hainstraße 14 / Katharinenstraße 17   

Am Balkongitter über dem Erdgeschoß-Durchgang ist die Symbolik des Hausnamens “blauer und goldener Stern” plastisch dargestellt. Architektonisch sehr reizvoll ist der neu gestaltete rechteckige Hof. In den Loggien über den Hofausgängen sind je vier historische gußeiserne Säulen einbezogen. Die Hainstraße 14 ist mit dem Geschäftshaus Kretschmanns Hof verbunden, das 1910/12 vom Leipziger Architekten Max Fricke erbaut wurde. Der große Hof ist weiß gefließt.

BRÜHL-ARKADE

  • Früher: “Schwabes Hof”
  • Brühl 33 / Richard-Wagner-Straße 9
  • In der Passage befindet sich das Atelier des Künstlers Michael Fischer-Art.

An der Stelle der heutigen Brühl-Arkade befand sich bis zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges “Schwabes Hof”, ein Durchgangshof. Danach war die Fläche unbebaut und wurde mit Blumen und Sträuchern bepflanzt. Die Brühl-Arkade ist in den fünfgeschossigen Neubau des Marriott-Hotels integriert, das 1998 nach Entwürfen der Planungsgruppe Wittstock und Partner aus Hannover fertiggestellt wurde. Der Neubau nimmt die Tradition der Leipziger Passagen auf gelungene Weise auf. Ein dreigeschossiger Balkonerker betont den Passagenzugang am Brühl. Die Passage wechselt zwischen flachen Durchgängen und zwei zweigeschossigen überglasten hellen Lichthöfen. Die Westseite des ersten Hofes wurde vom Leipziger Künstler Michael Fischer-Art mit großformatigen Bildern dekoriert. Auch die große Giebelwand der östlich anschließenden Baulücke ist mit Darstellungen des Künstlers gestaltet.

DREI KÖNIGE   

  • Petersstraße 32/34
  • August Bebel hatte im Hinterhof seine Drechslerwerk-statt.

Das Messehaus “Drei Könige” war früher das Zentrum der Schuhmesse. Mit 2.500 m2 zählt es zu den kleinsten Messepalästen. Erbaut in den Kriegsjahren 1915-1916, nach den Plänen der Architekten Pflaume und Nebel, wurde es zur Frühjahrsmesse 1917 in Dienst gestellt. Die Fassade aus Muschelkalkstein erhält ihren besonderen Akzent durch den zweistöckigen Erker, in dessen unterem Teil die von Albertshoffer geschaffenen Skulpturen “Drei Könige aus dem Morgenland”, die als Gebälkträger dienen, zu erkennen sind.

Auf einem Teil des ehemaligen Messehauses “Drei Könige” stand einst das Gasthaus “Zu den drei Königen”. In seinem Hinterhaus hatte August Bebel in einem ehemaligen Pferdestall seine Drechslerwerkstatt, und in der ersten Etage wohnte er.

DRESDNER HOF

  • Neumarkt 21/37   

Er diente als Ausstellungspalast für die pharmazeutische Industrie, der Chemie, der Kosmetik und der Textilchemie. Mit 6.500 m2 Ausstellungsfläche hatte es ein stattliches Ausmaß. Es wurde nach den Plänen des Architekten Alfred Stentzler gebaut und zur Frühjahrsmesse 1913 eingeweiht. Unter den elf Häusern, die dem neuen Messeplast weichen mußten, befand sich auch die ehemalige “Dresdnische Herberge”, die dem Neubau schließlich den Namen lieh. Das fünfstöckige Gebäude zählt zu den attraktivsten Messehäusern und ist an der Hauptfront 70 m lang. Durch die riesige Balkonanlage wird die vierte Etage besonders betont. 1928 erfolgte der erste Umbau, da mit dem Aufstieg der Messe der Bedarf an Ausstellungsraum schnell stieg. Eine in Leipzig einmalige Besonderheit war die 1928 nach Entwürfen des Künstlers Walter Gruner angelegte Empfangshalle im Stil des Art déco mit Serviceeinrichtungen im Keller. Sie beherbergt heute das Kabarett “academixer”.

1999 wurde der “Dresdner Hof” durch die Architektengemeinschaft Alte Fabrik Berlin zum Seniorenwohnheim umgebaut. Die Passage wurde um die ehemalige Pförtnerloge des Messehauses herumgeführt und ist nach Jahrzehnten wieder zugänglich. Architektonisch gehört der “Dresdner Hof” zu den herausragenden Messepalästen Leipzigs.

GROßES JOACHIMSTHAL

  • Hainstraße 10 / Katharinenstraße 13

1906 wurde die Historismusfassade aus Sandstein an der Hainstraße gebaut. Betont wird sie durch einen zweigeschossigen Erker über dem Durchgang sowie durch einen hohen Giebelaufbau. Die beiden Seitengebäude sind in der Mitte des Durchgangs brückenartig verbunden. Das Gebäude in der Katharinenstraße 13 wurde im Jahr 1896 errichtet.

HANDELSHOF

  • Grimmaische Straße 1-7   

Es wurde nach dem Städtischen Kaufhaus als zweiter städtischer Mustermesse-Palast 1907-1909 gebaut und war mit 9.903 m2 Ausstellungsfläche der drittgrößte Messebau der Innenstadt. Dementsprechend konnten auch mehrere Branchen ausstellen, z.B. Hausgerätehersteller, Elektronikfirmen und Schneiderwaren. Der von den Architekten Georg Weidenbach und Richard Tschammer projektierte Bau hat vier Außenfronten und vier Ausgänge zu vier Straßen. Durch Bombeneinwirkung fast völlig ausgebrannt, wurde der Handelshof trotz größter Materialschwierigkeiten unmittelbar nach Kriegsende wieder aufgebaut und zur Frühjahrsmesse 1947 eröffnet.

Seit 1998 dient der Handelshof bis zur Fertigstellung des Museumsneubaus auf dem Sachsenplatz als Interim für das Museum der bildenden Künste Leipzig.

HANDWERKER-PASSAGE

  • Markt 10 / Klostergasse 16
  • Im Vorgängerbau des Gebäudes Markt 10 hatte nach der Völkerschlacht 1813/14 der russische Stadtkommandant Oberst Viktor Prendel seinen Amtssitz

Die sogenannte “Kaufhalle am Markt” wurde 1845/46 nach den Plänen von August Eduard Poetzsch errichtet und besaß entlang des Durchgangs zur Klostergasse 41 Verkaufslokale. Berühmtheit erlangte das Haus durch Del Vecchios Kunstausstellung, die sich im zweiten Obergeschoß an der Seite zum Markt befand. Das Haus ist eines der letzten Vertreter des Durchgangshauses der Warenmesse.

1989 wurde die Handwerkerpassage eingeweiht und damit die Kaufhof-Tradition neu belebt. Das Gebäude selbst wurde 1997/98 umfassend saniert und ein neuer Seitenzugang zum Barfußgäßchen geschaffen. Auf der Balkonbrüstung befinden sich die Skulpturen Industrie und Arbeit. In dem Gebäudeteil am Barfußgäßchen befinden sich drei kleine Zinshäuser, die zu den interessantesten Kulturdenkmalen der Altstadt gehören.

HANSAHAUS

  • Grimmaische Straße 13-15
  • Im Vorgängerbau wohnte der Dichter Gotthold Ephraim Lessing, der sich am 20.9.1746 als Student der Theologie immatrikulieren ließ. Er schrieb hier sein Erstlingswerk “Der junge Gelehrte”, das die Neuberin 1748 in Zotens Hof aufführte.

Hervorgegangen ist der Ausstellungskomplex aus dem 1904-1906 von Polster und Höhn umgebauten Grundstück Nr. 13, dessen äußeres Kennzeichen ein Hanseatenkopf war. Dieser gab ihm den Namen Hansahof. Der Größe nach war das Gebäude anderen  Messebauten unterlegen, aber dafür besaß es einen für damalige Verhältnisse ausgezeichneten Service: einen Erfrischungsraum, ein Schreibzimmer, einen Leseraum, einen Friseursalon – Neuerungen, die ansprachen. 1928 wurde das benachbarte Haus Nr. 15, in dem Lessing einmal gewohnt hatte, abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt, der mit der Nr. 13 verbunden wurde. Erst 1959 wurden beide Häuser durch eine entsprechende Fassadengestaltung auch architektonisch vereint.

Das Hansahaus war im zweiten Weltkrieg ausgebrannt und mußte fast von Grund auf erneuert werden. In den Jahren 1993-97 erfolgte ein völliger Neubau durch das Düsseldorfer Architekturbüro Rohde, Kellermann, Wawrowsky und Partner. Der imposante Innenhof, der mit Specks Hof verbunden ist, wurde als genaue Kopie des bis zuletzt erhaltenen Zustandes ausgeführt. Bautypologisch ist dieser weiß/grün gefließte Innenhof in seiner platzartigen Ausdehnung von 600 qm für Leipzig einmalig. Auch die Oberlichtkonstruktion konnte detailgetreu wieder hergestellt werden.

JÄGERHOF

  • Früher: Lederhof (Hainstraße 17) und “Zum Goldenen Hahn” (Hainstraße 19)
  • Hainstraße 17-19/ Große Fleischergasse 11-13

In den Jahren 1911-20 entstand das um drei Lichthöfe konzipierte Mustermessehaus nach Entwürfen von Alfred Müller im Auftrag des Kommerzienrats Chr. Jäger. Im ersten Innenhof kann man das historische Hauszeichen noch sehen. Die monumentale Straßenfassade aus Thüringer Muschelkalk ist typisch für die Architektur vor dem Ersten Weltkrieg. Der erste weiß gefließte Innenhof (grüne Gliederungen) ist besonders großzügig gestaltet. Alle drei Höfe wurden während der Sanierung 1995 mit leichten Glasdächern versehen.

KÖNIG-ALBERT-HAUS

  • Markt 9 / Barfußgäßchen 2/8

Das Haus mit seinem Durchgang wurde 1913 nach Entwürfen von Emil Franz Hänsel, dem führenden Geschäftshausarchitekten der damaligen Zeit, gebaut. Zwei Höfe werden durch flache Durchgänge verbunden. Ein marmorverkleidetes Haupttreppenhaus befindet sich im großen Hof. Einmalig in Leipzigs Architektur ist die Verwendung von glasierter Keramik für die Verkleidung des Erd- und Zwischengeschosses an der Front zur Straße. Früher befanden sich im Hof zwei Friesgestaltungen mit Szenen aus dem Leben des sächsischen Königs Albert.

KÖNIGSHAUS

  • Markt 17

Im Königshaus verkehrten bedeutende Persönlichkeiten wie Peter der Große, Napoleon, August der Starke und Fürst Schwarzenberg
    
Der Alten Waage gegenüber, auf der Südseite des Marktes steht das Königshaus, das zu den kulturgeschichtlich interessantesten Baudenkmalen Leipzigs gehört. Um 1610 hatte der Medizinprofessor Welsch anstelle eines im 15. Jahrhundert gebauten Hauses ein sehr stattliches Gebäude errichten lassen, in dem der Rat bald seine Gäste unterzubringen pflegte. 1698 wohnte hier Peter der Große, als er sich auf der Durchreise von Holland nach Rußland in Leipzig aufhielt.

1706-1707 ließ der begüterte Manufakturist Andreas Dietrich Apel das Gebäude von Gregor Fuchs im Barockstil umbauen. Nun bevorzugten die Gäste das Haus erst recht. August der Starke feierte hier seine rauschenden Feste, deren Rechnung die Stadt zu begleichen hatte. Am 19.10.1813 verabschiedete sich im Erkerzimmer des ersten Stockwerkes Napoleon vom sächsischen König. Im Königshaus starb 1820 der Oberkommandierende der Verbündeten, Fürst Schwarzenberg, als er nochmals die Stätte der Völkerschlacht besuchte. Der Hof hat bis 1781 zeitweilig der Veranstaltung von Konzerten der “Musikübenden Gesellschaft” des Johann Adam Hiller gedient. 1932 baute der Leipziger Architekt Curt Schiemichen die Passage in das zum Mustermessehaus umfunktionierte Gebäude ein.

MÄDLER PASSAGE

  • Früher: “Auerbachs Hof”
  • Grimmaische Straße 3–4 / Neumarkt 14    
  • Im Weinlokal “Auerbachs Keller” verkehrte Johann Wolfgang Goethe während seiner Leipziger Studentenzeit.

Auerbachs Hof, die spätere Mädler Passage wurde 1530-1538 von dem aus Auerbach in Franken stammenden Medizinprofessor Heinrich Stromer als Durchgangshof im Renaissancestil errichtet. Er hatte diesen 1519 geerbt und eröffnete 1525 einen gut gehenden Weinschank. 1625 wurde das Gebäude durch einen Umbau zu dem Kaufhof, wie es auch von Goethe eindrucksvoll beschrieben ist. In etwa 100 Gewölben wurden Juwelen, Seide, Spitze und Galanteriewaren gehandelt. Begründet wurde der Ruhm des Weinlokals “Auerbachs Keller” durch die Kellerszene in Goethes “Faust”. Der Zugang wird durch bronzene Figuren des Leipziger Bildhauers Matthieu Molitor wirkungsvoll akzentuiert.

Die heutige Mädler Passage ist eine der schönsten Ladenstraßen Leipzigs und verbindet die Königshauspassage mit der Messehofpassage. Mit einer Fassade zum Neumarkt und einer anderen zur Grimmaischen Straße erhebt sich das ehemalige Messehaus Mädler Passage, das 5.700 m2 Ausstellungsfläche besitzt und in dem sich traf, wer mit Porzellan, Keramik oder Steingut handelte. 1912 hatte Anton Mädler den bekannten, aber keineswegs ins moderne Messeleben passenden Auerbachs Hof abbrechen und den fünfstöckigen Neubau mit der Passage unter Beibehaltung des alten Grundrisses errichten lassen. Die Anlehnung an den Barock ist unschwer zu erkennen. Seit 1969 kann in der Mädler Passage auch ein Meißner Glockenspiel bewundert werden. Die Gesamtlänge des Durchgang beträgt

140 m. Das Passagensystem mit dem Herzstück Mädler Passage ist heute Maßstab für die weitere städtebaulich-architektonische Entwicklung des Leipziger Stadtzentrums.

MESSEHAUS AM MARKT

  • Markt 16    

Betont wird die Stellung des Leipziger Marktes im Messeleben auch durch den Neubau des Messehauses am Markt. Es wurde am 01.09.1963 als Buchmessehaus mit einer Ausstellungsfläche von 5.300 m2 seiner Bestimmung übergeben und steht dort, wo sich das 1943 ausgebombte Messehaus “National” befand. Das Gebäude ist in Stahl-Skelett-Montagebauweise entstanden und mit Rücksicht auf die Umgebung betont schlicht gehalten. Es ist relativ harmonisch mit den benachbarten Gebäuden, dem Königshaus und dem Messehof, verbunden.

MESSEHOF

  • Früher: “Hohmanns Hof”
  • Petersstraße 15 / Neumarkt 16/18   

An das Messehaus am Markt, dessen Haupttrakt an der Petersstraße liegt, schließt sich der Messehof an, der erste vollständige Messeneubau der Nachkriegszeit. Nach einjähriger Bauzeit konnte das Gebäude zur Herbstmesse 1950 übergeben werden. Es stand den Branchen Nahrungs- und Genußmittel zur Verfügung. Der Messehof hat eine Ausstellungsfläche von 9.400 m2. Vorher befand sich an dieser Stelle der im Krieg zerstörte “Hohmanns Hof”. Für den sechsstöckigen Messepalast, dessen Fundamente sechs Meter unter der Erde liegen, lieferte Eberhard Werner den Entwurf. Die Fassade wurde mit Langensalzaer Kalksteinplatten verblendet.

Durch die Halle führt ein Teil des charakteristischen Passagensystems, es ist eine 80 m lange Ladenstraße zum Neumarkt. Von hier aus sind das Haupttreppenhaus und die fünf Aufzüge zu erreichen. In der Hallenmitte befindet sich die sogenannte Pilzsäule aus hellem juramarmor mit der zeittypischen Darstellung des “Werktätigen” (Bergmann, Bauer, Spinnerin, Geisteswissenschaftler).

Das 1994 fertiggestellte Kaufhaus Peek & Cloppenburg hat einen Passagenarm zur Preußergasse ermöglicht.    

OELßNERS HOF

  • Nikolaistraße 20-26 / Ritterstraße 23 - 29

Auf die glanzvollen Zeiten des Pelzhandels zur Jahrhundertwende verweisen die beiden prächtigen viergeschossigen Sandsteinfassaden in der Nikolai- und Ritterstraße. Das beeindruckende Pelzgewerbehaus wurde 1907/08 durch den Leipziger Architekten Max Pommer errichtet. Bemerkenswert sind die beiden kunstgeschmiedeten Tore. Über der Eingangstür in der Ritterstraße befindet sich eine barockisierende Kartusche mit den Handelssymbolen im Wappenschild: Merkurstab mit geflügeltem Helm, ein Handelsschiff, Fesselballon und Eisenbahnwagen. Im ersten Obergeschoss befindet sich ein Schlußstein mit dem Portrait des Bauherren. Das Gebäude soll in den nächsten Monaten saniert werden.

PETERSBOGEN

  • Früher: Collegium Juridicum
  • Petersstraße 36 / Schloßgasse 10-24

Die Bebauung, die 1999 begann, schließt die im Zweiten Weltkrieg entstandene Lücke. Im leichten Schwung soll die neue Passage den massigen Baublock von der Petersstraße durchqueren und in eine Rotunde münden. In den Neubau werden ein Supermarkt, ein Hotel, das neue Juridicum der Universität, ein Multiplexkino und eine Bibliothek einziehen. Die Fassadengestaltung entwarfen vier junge Leipziger Architekten. Die zukünftigen Hotelfenster schieben sich als Glaskuben hinaus und sind perspektivisch von der Petersstraße aus erlebbar. Attraktion ist eine Banderole aus Glas, die Schirm und Trägerschicht zugleich ist. An ausgesuchten Punkten werden vier künstlerisch gestaltete Hologramme eingebracht. Dadurch entsteht eine virtuelle Galerie, die ständig in Bewegung ist.

PETERSHOF

  • Früher: “Hôtel de Russie”
  • Petersstraße 20    

Dem Messehof gegenüber liegt der Petershof. Er wurde 1929 seiner Bestimmung als Messehaus übergeben und hat eine Ausstellungsfläche von 10.500 m2. In der Vergangenheit wurden dort vor allem Spielwaren, Musikinstrumente und Scherzartikel präsentiert.

Dem Bau mußten elf Gebäude weichen, darunter auch das “Hôtel de Russie”, an dessen Stelle der Gasthof “Zum Engel” stand, in dem 1710 Johann Friedrich Böttger erstmals in Leipzig sein Porzellan ausstellte und in dem 1785 Schiller wohnte. Der siebenstöckige Petershof wurde von Alfred Liebig nach eigenen Entwürfen gebaut. Im Erdgeschoß ist heute das Filmtheater Capitol untergebracht.

SPECKS HOF

  • Reichsstraße 4-6

Der Specks Hof ist die älteste erhaltene Passage Leipzigs und gehört zu den architektonisch herausragendsten Geschäftshäusern in Leipzig. Auf dem Gelände des 1908-1909 von Emil Franz Hänsel errichteten Messehauses hatte früher ein bekannter Kaufhof gestanden, dessen Besitzer Speck hieß, zuletzt sogar Freiherr von Speck, der aber trotz des hochtönenden Namens mit Wolle handelte und Schafzucht betrieb. Der schnelle Aufstieg des benachbarten Handelshofes regte zum Bau des fünfgeschossigen Messepalastes an. Die Rechnung ging sogar so gut auf, dass 1911 und 1928 Erweiterungen vorgenommen werden mußten. Schon im Zuge des ersten Ergänzungsbaus wurde Specks Hof 1911 mit dem Messehof Hansahaus, mittels eines Durchgangs verbunden.

Specks Hof war übrigens der erste Messebau mit einem perfekten Zwangsrundgang für Besucher und diente vielen weiteren Messebauten als Muster. Bis 1989 diente das Messehaus mit einer Präsentationsfläche von 6.000 m2 als Ausstellungsort für Leder- und Schmuckwaren.

Am 27.11.1995 wurde es nach der Sanierung wiedereröffnet. Die neuen Eigentümer Bilfinger & Berger und Rendata hatten 200 Millionen Mark investiert. Attraktion sind seitdem die drei Lichthöfe, für die spielerische Lösungen zeitgenössischer Kunst in Auftrag gegeben wurden. Der Leipziger Bruno Giesel, der Hallenser Moritz Götze und der Berliner Johannes Grützke setzten das Thema phantasievoll mit Wandfriesen, Malereien und Keramik-Medaillons um. Im Lichthof A schuf Giesel ein Bildfries, das unter dem Thema “Die Psychologie der Zeit” steht. Der Wandfries im Lichthof B: “Der Morgen, der Mittag, der Abend” von Goetze besteht aus ca. 20.000 keramischen Platten. Im Lichthof C malte Grützke 16 Medaillons mit der witzigen Darstellung von einfachen Gebrauchsgegenständen in der Emaille-Glasurtechnik. Bemerkenswert sind auch die restaurierten Kupferpassagen und die Art-déco-Leuchter, die das Flanieren, entlang der zwei Dutzend Geschäfte zu einem besonderen Vergnügen machen. In ihrer Verbindung von Altem und Neuem gehört die Passage zu den glanzvollsten ihrer Art in Deutschland.

STÄDTISCHES KAUFHAUS   

  • Neumarkt 9-19
  • Die linke der beiden Rokokotüren neben dem Hofeingang an der Universitätsstraße nutzten u.a. Liszt, Schumann, Weber, Mozart und Mendelssohn Bartholdy, um in den historischen Gewandhaussaal im zweiten Obergeschoß zu gelangen.

Er widerspiegelt wie kaum ein anderes Kulturdenkmal im Stadtzentrum mehr als 500 Jahre Handels- und Kulturgeschichte. Mit dem Wandel der neuen Messeform – der Mustermesse als Ursache der Herausbildung der Großproduktion Ende des 19. Jahrhunderts – entstanden zwangsläufig auch neue Formen der Messehäuser. Die alten Messehöfe mußten der Neugestaltung weichen. So entstand zwischen 1893 und 1901 unter Leitung von Hugo Licht der erste Mustermessepalast der Welt, das Städtische Kaufhaus. Der mächtige Komplex mit 4.500 m2 Ausstellungs-fläche diente der Glaswarenindustrie als Messepalast. Hier wurde das Prinzip des Zwangsrundgangs eingeführt. Bis 1917 wurden noch weitere 30 neue Messehäuser gebaut.

Der Bau des Städtischen Kaufhauses erfolgte in drei Etappen: 1893/94 wurde ein Bibliotheksgebäude für Messezwecke umgebildet, 1895/96 entstand der Haupttrakt und 1899-1901 unter Einbeziehung des alten Gewandhauses der letzte Abschnitt. Dabei wurden auch die Räumlichkeiten des Konservatoriums und der von Dauthe geschaffene Konzertsaal, in dem von 1781-1884 die Gewandhauskonzerte stattfanden, abgebrochen.

Über der Toreinfahrt in der Universitätsstraße befindet sich in einer Nische die überlebensgroße Bronzefigur Kaiser

Maximilians I. Sie wurde von Carl Seffner geschaffen, da sich während des Baus des Städtischen Kaufhauses die Verleihung des Messeprivilegs durch Maximilian zum 400. Male jährte. Die Innengestaltung unterlag ganz den Gesetzen der Zweckmäßigkeit. Die Kojen und Rundgänge wirkten beispielhaft für alle folgenden Messebauten. Am 04.12.1943 wurde das Gebäude bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. 1954 konnten nach langwierigen Aufbauarbeiten wieder Messeaus-steller einziehen.

Nach der Wende wurde das Städtische Kaufhaus umfangreich saniert und die denkmalpflegerischen Vorgaben konnten auf das Genaueste umgesetzt werden. Der seit Jahrhunderten bestehende Hof der Stadtbibliothek wurde wieder zu einer angenehmen Verweilzone. Der Durchgang mit intarsiertem Marmorfußboden wurde neu angelegt und erinnert etwas an die frühen Pariser Passagen des 19. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist auch der rekonstruierte Personenaufzug aus dem Jahr 1901 im Treppenhaus A. Er ist der älteste erhaltene Personenaufzug Leipzigs. Bedeutend ist auch die linke der beiden Rokokotüren neben dem Hofeingang an der Universitätsstraße, die ab 1781 zugleich Zugang zum historischen Gewandhaussaal im zweiten Obergeschoß war. Namhafte Musiker wie Mendelssohn Bartholdy, Mozart, Weber und Schumann verkehrten hier.

STEIBS HOF

  • Nikolaistraße 28-32 / Brühl 64/66

Der Leipziger Baumeister Felix Steib errichtete 1907 das nach ihm benannte Geschäftshaus. Obwohl es als Messepalast konzipiert war, diente es schließlich – wie die meisten anderen Gebäude in der Nikolaistraße - dem Pelzhandel. Über 700 Pelzfirmen hatten um 1930 im Gebiet um den Brühl, die Nikolaistraße, die Reichsstraße und die Ritterstraße ihren Sitz. Am Bau fällt die interessante Mischung aus historisierenden, teilweise vom Jugendstil geprägten Formen und moderner Geschäftsarchitektur auf. Auffällig ist die neobarocke Sandsteindekoration der Mittelachse. Die plastischen Arbeiten stehen unter dem Thema Handel und Industrie. Im Giebelfeld des Frontispiz befindet sich ein hochovales Fenster, das von zwei Putti mit den Symbolen Handelsschiff und Hammer flankiert wird. Die Fensterverdachung darüber ist von einer Weltkugel bekrönt. Das Geschäftshaus wird von zwei Löwenplastiken als Wappentier  über dem Hauptgesims “bewacht”. Im zweiten Obergeschoss ist die lateinische Inschrift “Labor vincit mundum” (Die Arbeit überwindet die Welt) angebracht. Das reich geschmückte Sandsteinportal stellt die schönste Eingangsgestaltung des Historismus in Leipzig dar. Die beiden Höfe sind weiß und blau gefließt. Der vordere Hof erhielt ein Glasdach. Der Steibs Hof, von den Stuttgarter Architekten Heinle, Wischer und Partner saniert, wurde 1997 mit dem “Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege” ausgezeichnet. Im Zuge der Mitte 1990 vorgenommenen Sanierung des Dussmann-Hauses (Brühl 64/66) wurde ein kleiner überglaster Innenhof geschaffen, der heute mit Steibs Hof verbunden ist und eine neue Passage bildet.    

STENTZLERS HOF   

  • Petersstraße  39/41

Ein besonders charakteristischer Messebau Leipzigs ist Stentzlers Hof. Das fünfstöckige Gebäude bot den Vertretern der Sportartikelfirmen eine Ausstellungsfläche von 3.500 m2. Es wurde 1914-1916 von Leopold Stentzler gebaut und spiegelt von allen in dieser Zeit entstandenen Messepalästen die langjährigen Erfahrungen der Mustermesse am besten wider. Die Treppe wurde beispielsweise zentral angelegt, um eine günstige Ausgangssituation für die bewährten Rundgänge zu schaffen. Der monumentale Bau in Eisenbeton weist reichen figürlichen Schmuck auf.

Die Figuren an der Außenfront, Arbeiten des Bildhauers Bruno Wollstätter, verkörpern den Handel, die Fülle und ähnliche Allegorien. Von der städtischen Macht kündet an der Hausecke ein Roland mit Schwert und Leipziger Wappenschuld. Darunter befindet sich ein Spruchband: “Einigkeit macht stark”. Bei der Sanierung 1994/95 konnte der Zugang zur Petersstraße wieder geöffnet werden, so dass ein passagenartiger Durchgang zum Peterskirchhof möglich ist. Der Hof erhielt auch ein Glasdach. In die Gestaltung des Hofes wurde auch ein zweigeschossiger frühbarocker Kastenerker aus der Zeit um 1690 mit üppigem Blumenschmuck einbezogen.  

STROHSACK

  • Früher: Zum Strohsack
  • Nikolaistraße 10 / Ritterstraße 7 

Der Grundstein für dieses neue Geschäftshaus mit Passage wurde am 30.11.1995 gelegt. Der Bau wurde von den Leipziger Architekten Appel, Behzadi und Bohne bis 1997 realisiert. Zentrum des Baus ist die zweigeschossige Halle an der Nikolaistraße. Unter dem Restaurantbalkon wurde eine Uhr unter Plexiglas in den Hallenfußboden eingelassen. Deren Zeiger werden von einer männlichen und einer weiblichen Figur gebildet.  Der Passagenzugang an der Nikolaistraße wurde durch eine über alle Geschosse reichende futuristische Glasfassade betont. Die nördlich anschließende Straßenfassade orientiert sich an der Geschäftshausarchitektur der Jahrhundertwende, die südliche mit ihren Fensterrahmungen im ortstypischen Rochlitzer Porphyr an den Bürgerhausfassaden des 18. Jahrhunderts. In Richtung Ritterstraße folgen zwei weitere Höfe, die jedoch architektonisch weniger interessant sind. Ihren Namen verdankt die Passage dem Bürgerhaus in der Ritterstraße 7, das in den Neubau integriert ist.

THEATERPASSAGE IM KROCHHOCHHAUS

  • Goethestraße 2 / Ritterstraße    

Der Name Theaterpassage ist ab 1880 gebräuchlich. Der Durchgang bildete eine Abkürzung von der Ritterstraße 4 bis zur Goethestraße und dem Augustusplatz mit dem Neuen Theater. Das Krochhochhaus wurde 1927/28 nach Entwürfen des Münchner Architekten German Bestelmeyer im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet und ist das erste Hochhaus der Stadt. Der elfgeschossige kalksteinverkleidete Stahlbetonbau lehnt sich in der Gestaltung an den Uhrturm am Marcusplatz in Venedig an. Die Glockenschlägerplastiken bilden den oberen Abschluß. An der Kugel über der Uhr lassen sich die Mondphasen ablesen. Das Giebelfeld trägt die Inschrift “Omnia vincit labor” (Die Arbeit überwindet alles).

UNTERGRUND-MESSEHAUS

  • Markt 1  

Den Leipziger Messehäusern sagt man nach, dass sie ein eigenes Profil besitzen. Wenn das stimmt, dann trifft das vor allem auf das Untergrundmessehaus am Markt zu. Etwa 2000 Aussteller konnten 1919 keinen Stand erhalten, und aus Verlegenheit war vor dem Alten Rathaus eine Holzbaracke aufgestellt worden, die das Gesamtbild des Marktes empfindlich störte und den Zorn der Leipziger erregte. Den Ausstellern gefiel zwar nicht die Halle, wohl aber die zentrale Lage. So tauchte der Gedanke auf, “unter die Erde zu gehen”.

1925 wurde der Markt in einen riesigen Bauplatz verwandelt und das 98 m x 45 m große Untergrundmessehaus errichtet. Da die Stadtverordneten jeden Aufbau auf dem Markt ablehnten, begnügte man sich bei der Gestaltung des Eingangs mit einer niedrigen Brüstung aus Rochlitzer Porphyrtuff. Der Zutritt zum Messehaus erfolgt über eine zweiarmige Treppe (Architekt Otto Droge). Das vom Architekten Karl Crämer geschaffene Untergrundmessehaus war das erste unterirdische Ausstellungsgebäude der Welt und verfügte über eine Ausstellungsfläche von 1850 m2. Heute befindet sich darin u.a. die Diskothek “Markt 1”.

WEBERS HOF

  • Hainstraße 3

Webers Hof, ab 1875 so genannt, ist mehr als 400 Jahre alt und gehört zu den architekturgeschichtlich bedeutendsten Bürgerhäusern der Stadt. 1662 baute der Maurermeister Christian Richter das Vorderhaus völlig neu auf. Dabei entstand der noch heute erhaltene Treppenturm. Bedeutsam ist der prächtige Frührenaissance-Erker mit den Fruchtgehängen und Füllhörnern, einer der ältesten Leipziger Erker. Das Sandsteinportal im Erdgeschoß entstand 1872.

Der Charakter des Gebäudes als Baudenkmal der Renaissance bewahrte das Haus zu Zeiten der DDR vor dem Abbruch. Nach der Wende wurde der völlig vernachlässigte Webers Hof saniert und auf den Zustand von 1662 zurückgebaut. Im Innenhof wurden die nicht erhaltenen Laubengänge als moderne Adaption ausgeführt. Seit Beendigung der Sanierungsarbeiten 1997 ist der Webers Hof mit Barthels Hof verbunden. In seinem stimmungsvollen Innenhof wird während der Sommerzeit Theater aufgeführt.    

ZENTRAL-MESSEPALAST   

  • Neumarkt 2-4

Dieser Monumentalbau aus Würzburger Muschelkalkstein ist 1914, kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, in den Dienst der Messe gestellt worden. Das riesige Langhaus bringt den Optimismus der jungen Mustermesse ebenso zum Ausdruck wie den Geltungsdrang des Bürgertums. Deutlich zeigt das auch der Giebel an der Grimmaischen Straße mit vorgetäuschtem, vierstöckigem Erker und einem Löwen auf dem First. Die Plastiken in Höhe der ersten Etage sind Arbeiten des Bildhauers Bruno Wollstätter. Der Architekt und Bauherr, Emil Franz Hänsel, erwarb 1926 auch das anschließende Messehaus Monopol in der Grimmaischen Straße und verband es mit dem Zentral-Messepalast. Durch diese Vereinigung entstand eine Ausstellungsfläche von 4.700 m2. Ausgestellt wurden Bürobedarf, Verpackungsmaterial und Papier sowie Druckerzeugnisse.

Der Zentral-Messepalast wurde nach umfangreicher Sanierung vor kurzem wieder eröffnet und beherbergt heute neben attraktiven Geschäften auch das Museum “Zeitgenössisches Forum Leipzig”.